Neuigkeiten / Aktuell

Philippinen: Goldmedaille im 5.000 Meterlauf

5000 meter champion

Am 25. August 2017 gewinnt Jessie Abelgos die Goldmedaille über 5.000 Meter bei den nationalen Juniorenwettkämpfen auf den Philippinen. Der 15jährige siegt in der Zeit von 17 Minuten und 50,12 Sekunden. Es war sein erster Wettkampf.

In ärmsten Verhältnisse aufgewachsen, musste er schon in jungen Jahren mit seinem Vater Holzkohle machen. „Oft half ich meinem Vater bis zum Abend. Nur einmal am Tag gab es etwas zu essen. Doch der Reis reichte nicht aus, um die ganze Familie satt zu machen. In meinem Heimatdorf in der Provinz Leyte sind alle bitterarm“ berichtet Jessie nach seinem Sieg.

Die Mutter erfuhr von den Möglichkeiten in den Schulen der Schwestern Maria. Sie nahmen ihn auf und seit zwei Jahren ist er in der Boystown Minglanilla Zuhause. Er besucht dort die Junior-Highschool, erhält drei nahrhafte Mahlzeiten am Tag und teilt mit seinen Klassenkameraden den Schlafsaal. Natürlich absolviert er in seiner Freizeit einen straffen Trainingsplan, der viel Einsatz und Ausdauer fordert.

Seine Wünsche und Hoffnungen erläutert Jesse der lokalen Zeitung: „Der Gewinn dieser Goldmedaille gibt mir hoffentlich die Chance auf ein kostenfreies Stipendium an einer Hochschule. Gleichzeitig kann ich auch als Athlet weiter trainieren und in die Fussstapfen meines Vorbilds treten, der Goldmedaillen-Gewinnerin der Südost-Asienspiele Mary Joy Tabal. Sie und ihr Trainer haben uns vor wenigen Monaten besucht.“

 

Honduras – Eröffnung der Heimstätte für Jungen

„Uno, dos, tres“- lautstark zählen die Jungen und die Mädchen die letzten Sekunden, bis das blaue Band vom Präsidenten nebst Gattin, dem Weihbischof und Schwester Maria Cho zerschnitten ist. Unter grossem Jubel der Besucher und Schützlinge wird am 28. April 2017 die neue Heimstätte für Jungen in Honduras eingeweiht.
2F6A3449
Bereits seit Ende Januar 2017 beherbergt diese die ersten Schützlinge. Auf einer Gesamtfläche von 8.457 m2 sind neben einem grossen Schulgebäude, Schlafsälen, Labore und Werkstätten, eine Turnhalle und ein Sportplatz zu finden. Langfristig werden 650 Jungen in der Villa de los Niños leben und lernen, um einen weiterführenden Schulabschluss zu erwerben.
„Kinder aus ärmsten Verhältnissen werden hier ihre Ausbildung machen, werden hier den Grundstein legen, um ihre Träume realisieren zu können.“ Mit diesen Worten beschrieb Schwester Maria Cho das Anliegen dieser Einrichtung.
Doch der Weg dahin war kein leichter, denn das ursprünglich vorgesehene Areal lag in einem anderen Vorort der Hauptstadt. Doch massive Proteste der wohlsituierten Nachbarn stoppten das Projekt. Ratsuchend verweilten die Schwestern in ihren Gebeten und erhielten eine konkrete Antwort. Ein wohlmeinender Geschäftsmann schenkte den Schwestern ein Grundstück für die neue Heimstatt. Es ist doppelt so grosses wie der vorherige Platz.
Glady Caballero, die Frau des grosszügigen Spenders prophezeit bei der Einweihung: „Diese Jugendlichen werden niemals im Gefängnis oder in einer Erziehungsanstalt für Konfliktkinder landen. Sie werden nicht mit dem Gesetz in Konflikt kommen. Sie sind die Zukunft Honduras“.

Villa de los Nios 37

Guatemala: 140 Schüler machen die Matura
 

IMG 8362

Am 18. Oktober 2016 fand die offizielle Verleihung der Zeugnisse in Guatemala statt. Es war ein langer und arbeitsreicher Weg für die 140 Jugendlichen bis zu ihrem Bachillerato. Der Abschluss ist der Matura vergleichbar. In der bewegenden Feierstunde wurde wieder einmal deutlich, wie viele Begabungen in den Schützlingen der Schwestern stecken. In seiner Rede drückte es der Schüler Rony Alexander Lemus so aus: „Ich möchte den Schwestern danken, die uns vom ersten Tag an vertraut haben, die uns bis zum heutigen Tag moralisch und geistlich unterstützen. Wir haben durch unsern Abschluss die Chance auf ein Leben ohne Armut
Viele der glücklichen jungen Erwachsenen stammen aus indigenen Familien, die oft im bettelarmen Bergland zuhause sind und dort nur selten Zugang zu weiterführenden Schulen haben. Doch der Tag hatte noch mehr Positives zu bieten: 232 Jungen schlossen nach vier Jahren die Mittelschule ab und können weiter lernen, um hoffentlich in zwei Jahren ihren Bachillerato zu machen

Die grosse Geburtstagsfeier am 15. August 2016

 

IMG 3418

Es ist ein ganz besonderer Tag und deshalb beginnt er auch mit einem ausgiebigen Frühstück. In allen Räumen ist die gespannte Unruhe zu spüren. Diese überträgt sich auch auf die Schwestern. Ganz besonders sind es die neuen Kinder, die diesen Tag noch nie erlebt haben, sie platzen fast vor Ungeduld.

Nach dem Frühstück feiert jede der Familien für sich eine kleine Feier, an deren Ende die persönlichen Geschenke von der Mutterschwester überreicht werden. Ein Paar Turnschuhe, ein T-Shirt, ein kleiner Rucksack oder eine wärmende Jacke sind schnell ausgepackt. Dabei haben die Schwestern eine lange Liste mit praktischen und zugleich persönlichen Dingen erstellt, die benötigt werden. Selbstverständlich wird dabei auch nach dem jeweiligen Land und dem Alter geschaut. Auf den Philippinen braucht es keine wärmende Jacke wie in Mexico oder Guatemala. Die Buben würden sich über ein Haarband wohl weniger freuen als die Mädchen.

Wenn alle Geschenke bestaunt und verstaut sind, stehen gemeinsame Spiele in der jeweiligen Familie auf dem Programm. Hier lassen die Schwestern ihrer Kreativität freien Lauf und in kleinen Wettbewerben erweist sich die Geschicklichkeit als ganz wichtig. Der Höhepunkt des Mittagessens ist der Nachtisch: Es gibt für jeden eine große Portion Eis.

Sind alle Teller gespült und die Tische geputzt geht es nach draussen. Auch hier gibt es wieder einige Spiele und gemeinsamen Vorführungen der einzelnen Jahrgänge. Wenn rund 600 Schützlinge zusammen eine Choreographie einstudiert haben und diese nun vorführen, ist dies etwas ganz besonderes. In jedem Jahr wetteifern die Schüler (und auch die Schwestern), welche Aktion am besten gefällt, wo der Applaus am grössten ist.

 

IMG 8314

Als „merienda“ (Zwischenmahlzeit am Nachmittag) werden dann die großen Torten angeschnitten und jedes Kind bekommt ein ordentliches Stück. Meist sind diese mit einem Foto der jeweiligen Familie versehen und so versucht natürlich jeder „sein“ Stück zu bekommen. Da geht es schon recht turbulent zu.

Nach dem Abendessen treffen sich nochmal alle Schützlinge in der Turnhalle. Ein kurzweiliges Bühnenprogramm haben die einzelnen Lehrer und Schülergruppen vorbereitet. Musikalisches wird zum Besten gegeben, lokale Tänze werden präsentiert und zum Abschluss stehen auch die Schwestern auf der Bühne. Ihr Habit wird durch eine bunte Kordel oder eine Ansteckblume verziert. Sie singen und tanzen züchtig und dennoch voller Hingabe.

Und dann ist der schöne Tag schon fast wieder zu Ende. Um 21.30 Uhr wird das Licht in allen Räumen gelöscht und Nachtruhe kehrt ein. Während die Kinder in ihren Betten noch über den Tag nachdenken hat uns Schwester Elena Belarmino die folgenden Zeilen geschickt. „Wir sind von Herzen allen Spendern dankbar, die unseren Schützlingen die Möglichkeit geben, an diesem speziellen Tag ihren Geburtstag zu feiern und wirklich glücklich zu sein. Vielen Dank für die treue Unterstützung unserer Arbeit.“

 

Der Weg aus den Slums -
dank einer exzellenten Schule
IMG 1076
Umrahmt von zwei Marienschwestern und zwei Ehemaligen steht
die Leiterin der Jungenschule, Neley C. Nieres.
Am 21. Juni 2016 wurde die Boystown Adlas der Sisters of Mary mit dem Excellence in Educational Transformation Award 2016 ausgezeichnet. Dazu wurde ein 18-seitiges Dossier über die pädagogische Einrichtung erstellt. Besonders die Übergänge ins spätere Berufsleben, das on-the-job-training im letzten Schuljahr überzeugten die Juroren. Fanden doch rund 90 % der Abgänger 2014/15 direkt eine feste Anstellung. Die restlichen 44 Jungen konnten dank eines Voll- oder Teil-Stipendiums ein Collegestudium aufnehmen.
Der Award ist mit 300.000 Philippinischen Pesos (ca. 6‘200 Fr.) dotiert. Er wurde in Kooperation des Erziehungsministeriums, eines TV-Senders und weiterer Einrichtungen des Landes gestiftet. Damit sollen Schulen dazu motiviert werden, ihre Ausbildungsqualität deutlich zu verbessern. Das Preisgeld ist den Schwestern sehr willkommen, stehen doch auch weiterhin die Anschaffungen neuer Schulbücher und weiterer Lehrmittel auf dem Plan.